Was sind Legionellen und welche Krankheiten rufen sie hervor?

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die sich im  warmen Wasser optimal vermehren und über das Trinkwasser, Klimaanlagen oder Rückkühlsysteme auf den Menschen übertragen werden können, beispielsweise durch das Einatmen von Duschnebel. Eine Infektion mit Legionellen (Legionellose)
äußert sich vorwiegend in zwei Krankheitsverläufen: einerseits dem häufiger vorkommenden Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen und andererseits der sogenannten Legionellose (Legionärskrankheit) mit schwerer Lungenentzündung, im schlimmsten Fall sogar mit Todesfolge.

In Deutschland erkranken pro Jahr mindestens 20.000 bis 32.000 Menschen an Lungenentzündungen, die durch Legionellen hervorgerufen werden; bis zu 15 % der Fälle enden sogar tödlich. Hinzu kommt die 10- bis 100-fache Anzahl an Erkrankungen am Pontiac-Fieber, das einen milderen Verlauf hat.

So starben im Jahr 2010 bei einem Legionellenbefall in Ulm fünf Menschen. 64 Menschen wurden infiziert. Die Symptome bei einer Infektion können Übelkeit, Fieber und Gliederschmerzen sein.

Wo kommen Legionellen vor?

Das primäre Reservoir von Legionellen ist das Wasser. Sie werden weltweit im Süßwasser, nicht aber im Meerwasser gefunden. Ihr Vorkommen wird entscheidend von der Wassertemperatur beeinflusst. Ideale Bedingungen für die Vermehrung der Legionellen bestehen bei Temperaturen zwischen 25 °C und 50
°C. Sie können auch in kaltem Wasser vorkommen. Eine Vermehrung in nennenswertem Maße ist hier jedoch auszuschließen.

Legionellen kommen dort vor, wo erwärmtes Wasser ihnen optimale Bedingungen für die Vermehrung bietet. Dieses kann beispielsweise der Fall sein in Warmwasserleitungen, Duschen, Klimaanlagen oder Schwimmbädern.
Auch wenig genutzte Leitungen, Wassertanks, Kaltwasserleitungen mit Wärmeeinwirkung von außen oder mit langen Stillstandszeiten sowie nicht immer bewohnte Wohnungen bieten ideale Bedingungen zu deren Vermehrung.

 

Wie werden Legionellen auf den Menschen übertragen?

Eine Übertragung von Legionellen ist prinzipiell durch Kontakt mit Leitungswasser möglich, wenn die Legionellen in die Lungenabschnitte gelangen.

Nicht jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser führt zu einer Gesundheitsgefährdung. Erst das Einatmen bakterienhaltigen Wassers als Aerosol (Aspiration bzw. Inhalation z. B. beim Duschen, bei Klimaanlagen, durch Rasensprenger oder in Whirlpools) kann zur Erkrankung führen.

Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser stellt für Personen mit intaktem Immunsystem keine größere Gesundheitsgefahr dar. 

Eine Übertragung von Legionellosen wird insbesondere mit folgenden technischen Systemen in Verbindung gebracht: Warmwasserversorgungen (z. B. in Wohnhäusern, Krankenhäusern, Hotels), raumlufttechnische Anlagen (Klimaanlagen), Luftbefeuchter, Badebecken, insbesondere Whirlpools sowie sonstige Anlagen, die ein Spray von Wassertröpfchen erzeugen.