Ihre Aufgaben und Pflichten als Vermieter / Betreiber

Seit November 2011 gilt bundesweit die neue Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Diese legt fest, dass  Besitzer, Eigentümergemeinschaften und Vermieter ihre zentralen Großanlagen zur
Warmwasserbereitung jährlich auf Befall von Legionellen überprüfen lassen müssen.

 

Einrichten von Probeentnahmestellen

Basierend auf der DIN EN ISO 19458 ist die Probenahme an folgenden Stellen vorzunehmen:

  • Erste Probeentnahmestelle: Eingang Zirkulationsleitung in den Warmwasserbereiter
  • Zweite Probeentnahmestelle: Ausgang aus dem Warmwasserbereiter
  • Dritte Probeentnahmestelle: Entnahmestelle am Ende jeder Steigleitung (weitest
    entfernte Wohnung – Wasserhahn) 

Bei einer erforderlichen Installation der Probeentnahmevorrichtung ist darauf zu achten, dass es sich um zugelassene, genormte Probenahmearmaturen handelt (desinfektionsfähig).

 

§ 13 TrinkwV: Anzeigepflichten

Unverzügliche Meldung der Warmwasser-Anlage an das Gesundheitsamt

Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage, in der sich eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung nach der Definition der allgemein anerkannten Regeln der Technik befindet, haben, sofern aus dieser Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird, den Bestand unverzüglich dem zuständigen Gesundheitsamt anzuzeigen.

Die Anzeigenpflicht betrifft also auch Vermieter, die dem Mieter das Trinkwasser bereitstellen.

 

§ 14 TrinkwV: Untersuchungspflichten

Jährliche Probenahme durch zertifizierte Probenehmer und Temperaturmessung

Gemäß Trinkwasserverordnung § 14 Abs. 3 hat der Betreiber von Trinkwasser-Installationen in Gebäuden bei gewerblicher oder öffentlicher Tätigkeit für Probennahmestellen gemäß der allgemein anerkannten Regeln der Technik zu sorgen. Die Trinkwasserverordnung schreibt eine jährliche Probennahme gemäß DIN EN ISO 19458 durch zertifizierte Probennehmer vor.

 

§ 15 TrinkwV: Untersuchungsverfahren

Trinkwasseranalyse durch ein akkreditiertes Labor

Die Untersuchung erfolgt gemäß Trinkwasserverordnung § 15 Abs. 4 durch akkreditierte und von den zuständigen Landesbehörden gelistete Laboratorien. Die Trinkwasserverordnung schreibt als Untersuchungsmethode ISO 11731x sowie DIN EN ISO 117312 vor. Ebenso sollten die Empfehlungen des
Umweltbundesamtes Eingang in die Wasseranalyse auf Legionellen finden.

Auch ein negatives Ergebnis muss dem Gesundheitsamt innerhalb von 14 Tagen nach der Probenentnahme mitgeteilt werden.

 

§ 16 TrinkwV: Anzeige- und Handlungspflichten

  • Unverzügliche Meldung an das Gesundheitsamt
  • Einleitung von Maßnahmen / erneute Prüfung

Gemäß Trinkwasserverordnung § 16 Abs. 1 Nr. 1 muss der Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage dem Gesundheitsamt unverzüglich anzeigen, wenn der technische Maßnahmenwert von 100 KBE Legionellen pro 100 Milliliter erreicht oder überschritten ist. Eine
erneute Prüfung ist nach Einleitung der erforderlichen Maßnahmen durchzuführen.

 

§ 21 TrinkwV: Berichtspflichten

  • Dokumentation und Archivierung der Prüfberichte
  • Information an die Hausbewohner

Das Original ist vom Zeitpunkt der Untersuchung an mindestens zehn Jahre lang verfügbar zu halten. Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage haben den betroffenen
Verbrauchern mindestens jährlich geeignetes und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers zu übermitteln. Vom 1. Dezember 2013 an müssen Mieter zusätzlich über vorhandene Bleileitungen im Haus informiert werden. Der Grenzwert für Blei wurde von 0,025 auf 0,015 mg pro Liter gesenkt. Das bewirkt praktisch ein Verbot von Bleileitungen im Haus und kann
auch bei nicht zertifizierten Wasserhähnen problematisch sein.

 

§ 19 TrinkwV: Umfang der Überwachung

Erneute Prüfung im jährlichen Turnus. Berücksichtigung der aktuellen gesetzlichen Prüfintervalle bzw. Sonderregelungen der Gesundheitsämter.